1. Judo-Club Passau e.V.
Sport bei Freunden

EIN TRADITIONELLER SPORT AUS JAPAN

Sport macht Spaß, fördert die Ausdauer sowie Koordination und schafft Selbstvertrauen. Wer regelmäßig Sport treibt, erhält nicht nur seine körperliche sondern auch seine seelische Gesundheit. Gerade Menschen, welche sitzende Tätigkeiten ausüben (beispielsweise in der Schule oder am Schreibtisch), sollten besonders auf einen sportlichen Ausgleich achten. Insbesondere Rückenprobleme und Verspannungen können durch gezieltes Training entgegengewirkt werden.


Was bedeutet JUDO aber überhaupt und woher kommt es?

JUDO bedeutet (wörtlich aus dem Japanischen übersetzt) sanfter Weg. Frei interpretiert gilt das Prinzip siegen durch nachgeben oder anders ausgdrückt, wie nutze ich Aktionen des Gegenüber, um mit Reaktionen auf diese, meinen Gegner zu besiegen? Dieses Prinzip geht auf den Gründer des traditionellen JUDO Prof. Dr. Jigoro Kano zurück. Dieser entwickelte im Japan der 1880er Jahre diese Sportart aus dem Ju-jutsu, in welchem er seit seinem 17. Lebensjahr unterrichtet wurde.

Im Jahr 1882 gründet Kano in der japanischen Hauptstadt Tokyo seine erste Schule, den Kodokan. In diesem Tempel der Kampfkünste wird JUDO bis heute unterrichtet und gelehrt. Zunächst lag Kanos Augenmerk auf den Randori (Übungsform des Kampfes) und Kata (Übungsform von vorher festgelegten Abläufen und Techniken), wobei auch Vorlesungen sowie Diskussionen ein fester Bestandteil des Trainings waren. Mit der Gokyo-no-waza führt Kano auch Wurftechniken in seine Lehre ein und ermöglicht bereits in den 1920er Jahren Kindern sowie Frauen den Zugang zum Kodokan. Der Gründer des JUDO legt viel Wert auf den philosophischen Gedanken der von ihm entwickelten Sportart und setzt voraus, dass JUDO pädagogisch wertvoll sein muss. Darunter versteht er, dass grundlegende Werte wie Respekt, Wertschätzung, Demut, usw. vermittelt werden sollen und JUDO als mehr verstanden werden soll, als ein simpler Zweikampf. Um dies umzusetzen ist Kano (zunächst) viel an Schulen in Tokyo unterwegs. Im Laufe der Zeit ging er zudem immer wieder auf längere Reisen ins Ausland, um auch dort seine Lehre zu verbreiten und JUDO zu unterrichten. Bis zu seinem Tod 1938 war Kano auch einige Male in Europa.[1][2]

Prof. Dr. Jigoro Kano (1860-1938)



Was ist im JUDO alles geboten?

  • Die ersten Grundlagen, um JUDO vernünftig und vor allem verletzungsfrei ausüben zu können, werden mit dem Erlernen der Ukemi-waza gelegt. Darunter werden im Allgemeinen die Falltechniken verstanden, d.h. die Judoka lernen "richtig" zu fallen. Gemeinhin wird das Einüben dieser Techniken als Fallschule bezeichnet und meistens mit turnerischen Elementen wie Rolle nach vorne/hinten kombiniert.
  • Einfache Techniken der Tachi-waza können dabei bereits unter vereinfachten Aspekten (d.h. ohne erweiterte Kenntnisse der Ukemi-waza) und rudimentär erlernt werden. Mit diesem Begriff werden die Stand- und Wurftechniken zusammengefasst. Je nach Ausbildungsstand werden die Techniken kognitiv, aber auch motorisch anspruchsvoller und setzten immer wiederkehrendes Üben und Anwenden voraus. Im weiteren Sinn gehören auch Finten bzw. Kombinationen von Würfen (Renraku-waza) und Konter von Würfen (Kaeshi-waza) zu den Anwendungen der Standtechniken.
  • Sollten ausgeübte bzw. angesetzte Würfe nicht den gewünschten Erfolg bringen, können Judoka auch mit Techniken der Ne-waza arbeiten. Dazu gehörten zu Beginn Haltegriffe (Osae-komi-waza) und später Hebel- (Kansetsu-waza) sowie Würgetechniken (Jime-waza), also allgemein Bodentechniken.


Ukemi-waza

(Falltechniken)

Tachi-waza

(Stand- bzw. Wurftechniken)

Ne-waza

(Bodentechniken)


Sport kennt weder Alters- noch Leistungsgrenzen, also vorbeikommen und mitmachen! JUDO kann in beinahe jedem Alter erlernt und ausgeübt werden: Unsere Jüngsten sind gerade mal fünf Jahre alt und teilweise trainieren auch die Eltern mit! Beim JUDO kann im Prinzip jeder mit jedem trainieren. Also, worauf warten? Einfach und unverbindlich ausprobieren!


Trainingszeiten


Quellen:

[1] KLOCKE, U.: Kano, Jigoro, Skript, Bad Godesberg 2009

[2] KLOCKE, U.: Die Go-kyo gestern und heute, Skript, 2. überarbeitete Fassung, Bad Godesberg 2009